Logo VÖW

Ökologisches Wirtschaften 2/16: Prosumer für die Energiewende

Das neue „Ökologische Wirtschaften“ steckt voller hoch aktueller Themen. Welche Rolle spielen sogenannte „Prosumer“ – private Haushalte, die Strom nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren – für die Energiewende? Dieser Frage gehen sechs Fachbeiträge im Schwerpunkt des Heftes nach. Außerdem: Sabine Täuber und Miriam Dross bringen Licht ins Dunkel der aktuellen TTIP-Diskussion und behandeln die vielen Fragezeichen, die mit den wirtschaftlichen Vorteilen, die das Abkommen bringen soll, einhergehen. Und: Über 30 Wissenschaftler/innen haben einen Aufruf für eine paradigmatische Wende der Wirtschaftswissenschaften gestartet.

Demokratisierung des Energiesystems

Welche Beiträge Haushalte als Prosumer zur sozial-ökologischen Transformation des Energiesystems beitragen können, präsentiert das Heft in seinem Schwerpunktthema. Die IÖW-Wissenschaftler/innen Astrid Aretz, Mark Bost, Swantje Gährs und Bernd Hirschl haben im BMBF-Projekt „Prosumer-Haushalte“ gezeigt, dass Haushalte, die selbstproduzierten Strom bei Bedarf auch selbst konsumieren, in einem dezentralisierten Energiemarkt zur sozial-ökologischen Transformation des Energiesystems beitragen können. Sechs Beiträge behandeln das Phänomen Prosumer aus verschiedenen Perspektiven, etwa wie sie aus gesamtwirtschaftlicher Sicht einzuschätzen sind, welche sozial-ökologischen Wirkungen mit dem Prosuming verbunden sind oder wie es sich international entwickelt.

TTIP lässt Fragen offen

Ob die wirtschaftlichen Vorteile des Freihandelsabkommen TTIP, die von vielen Expert/innen prognostiziert werden, zutreffen, wird von ebenso vielen Fachleuten bezweifelt. Zurück bleiben Bürger/innen, die sich zwar für das Thema interessieren, aber nur wenig darüber wissen. Sabine Täuber und Miriam Dross vom Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) versuchen, die Debatte über Vor- und Nachteile zu ordnen. Dabei analysieren sie die verschiedenen Pro- und Contra-Argumente der zahlreichen Studien zu den wirtschaftlichen Auswirkung von TTIP. Ihr Fazit: Die prognostizierten wirtschaftlichen Vorteile scheinen nur wenig belastbar, da sie in hohem Maße von der konkreten Ausgestaltung des Abkommens bedingt werden. Moderate positive Wohlfahrtseffekte erscheinen den Autorinnen allerdings plausibel. Es bleibt also abzuwarten, ob TTIP seine Versprechen einhalten kann.

Wirtschaftswissenschaft im Wandel

Über 30 namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fordern in einem gemeinsamen Aufruf eine paradigmatische Wende der Wirtschaftswissenschaften. Da es neben unbestrittenen Erfolgen auch gravierende ökologische Zerstörungen, soziale Verwerfungen und ökonomische Krisen gibt, brauche es mehr denn je eine Wirtschaftswissenschaft, die insbesondere die Bedingungen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft analysiert und verbessern hilft. Mit dem Aufruf „Transformative Wissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung“ wollen die Unterzeichnenden eine Diskussion über einen neuen „Vertrag“ zwischen Wirtschaftswissenschaft und Gesellschaft anstoßen. Der Aufruf steht auf www.oekologisches-wirtschaften.de zum Download bereit.

Heft „Ökosystemleistungen“ im Open Access

Seit diesem Monat steht Ihnen die Ausgabe 2/2014 zum Thema „Ökosystemdienstleistungen“ frei in ÖkologischesWirtschaften Online zum Download zur Verfügung. Die Autor/innen diskutieren im Schwerpunktthema dieser Ausgabe unter anderem, inwiefern Ökosystemdienstleistungen Bestandteil der Green Economy sind und wie ökonomische Methoden Umweltbewertungen aufwerten können. Bleiben Sie über alle neuen Inhalte der Fachzeitschrift auf dem Laufenden mit dem ÖkologischenWirtschaften Newsletter.

+++++

Zum Inhaltsverzeichnis von ÖkologischesWirtschaften 2/2016