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Ökologisches Wirtschaften 3/2016: Kollaborative Ökonomie

Welche Potenziale für nachhaltiges Wirtschaften liegen in neuen gemeinschaftlichen Formen des Zusammenarbeitens, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden?  Diese und weitere Fragen über die zukünftige Gestaltung von Geschäftsmodellen, Produktion und Technologien beleuchtet die aktuelle Ausgabe von ÖkologischesWirtschaften. Beispielsweise wird diskutiert, welchen Einfluss Innovation und Digitalisierung auf die Handlungsspielräume dezentraler Akteure oder auf Produktionsbedingungen haben und welche Mechanismen hilfreich sein könnten, die Zusammenarbeit unter Unbekannten zu gestalten.

Schwerpunkt Gemeinsames Wirtschaften

Industrie 4.0 als Schlagwort wird in Politik und Wirtschaft gleichermaßen als zukunftsweisend ausgerufen. Wie diese im Hinblick auf nachhaltige Wirtschaftspraktiken und neue Kooperationsformen erweitert werden kann, damit befassen sich die Autor/innen des Schwerpunktthemas aus unterschiedlichen Perspektiven: Ulrich Petschow und Jan Peuckert stellen einleitend fest, dass neben den digitalen und technischen Innovationen auch neue Formen der Kooperation und Interaktion notwendig sind, um Veränderungsprozesse der Produktion nachhaltig zu gestalten. Jan-Peter Ferdinand und Marc Bovenschulte fragen, ob die öffentliche Förderung gemeinschaftsbasierter Innovationen ein Hebel für nachhaltige Forschung und Entwicklung sein kann. Mit der neuen Sozialfigur des „Makers“ setzt sich Sascha Dickel auseinander. Welche Auswirkungen die Digitalisierung der Wirtschaft auf die sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft haben könnte, beleuchten Steffen Lange und Tilman Santarius, die zu diesem Thema am IÖW das Forschungsprojekt „Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“ gestartet haben.

Intransparenz in der CSR-Berichterstattung?

Laut EU-Richtlinie sind Unternehmen ab 2017 verpflichtet, über soziale und ökologische Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit Bericht zu erstatten. Was zunächst sinnvoll klingt, lässt doch Schlupflöcher für Green Washing, argumentiert Werner Wild in seinem Artikel „Beliebigkeit und mangelhafte Transparenz bei der CSR-Berichterstattung“. Der Inhalt der Nachhaltigkeitsberichte sei noch zu sehr den Unternehmen überlassen und führe so dazu, dass Berichte untereinander nicht vergleichbar seien, so der Autor. Außerdem fehlen eine fundierte und unabhängige Überprüfung der Berichte sowie Sanktionsmöglichkeiten.

Nachhaltigkeit international umsetzen

Deutsche Unternehmen können auch global einen Unterschied machen. Die Sustainable Development Goals bieten Impulse für die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, bei deren Umsetzung auch die deutsche Wirtschaft eine Rolle spielt, so Wolfgang Große Entrup. Er stellt in seinem Beitrag fest, dass europäische und nationale Strategien Innovationswillen beweisen müssten und auch eine gesellschaftliche Bereitschaft für Neuerungen erforderlich sei. 

In der Rubrik neue Konzepte stellt Marlen Arnold Methoden und Instrumente vor, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Mithilfe systematischer Strukturaufstellungen können in inter- und transdisziplinären Zusammenhängen in Forschung, Lehre und Organisationen Impulse und Lösungsstrategien entwickelt werden, um Herausforderungen im Kontext der Nachhaltigkeit lösungsorientiert anzugehen. Ähnlich lösungsorientiert und praxisnah ist auch die Landkarte der Suffizienzpolitik, die Dominik und Angelika Zahrnt in ihrem Beitrag vorstellen, der online frei verfügbar ist. Das webbasierte Instrument ermöglicht es, die Komplexität des Themas Suffizienz greifbar zu machen, beteiligte Akteure miteinander zu vernetzen und konkrete politische Strategien wirksam zu kommunizieren.

Heft „Industrial Ecology“ im Open Access

Seit diesem Monat steht Ihnen die Ausgabe 3/2014 zum Thema „Industrial Ecology – Wirtschaften nach dem Vorbild der Natur“ frei in ÖkologischesWirtschaften online zum Download zur Verfügung. Die Autor/innen diskutieren im Schwerpunktthema dieser Ausgabe unter anderem, inwiefern ein unorthodoxes Verständnis von Natur den neuen Ansatz der Industrial Ecology begründet und welche Chancen Ressourceneffizienz dabei birgt. Bleiben Sie über alle neuen Inhalte der Fachzeitschrift auf dem Laufenden mit dem ÖkologischenWirtschaften Newsletter.

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ÖkologischesWirtschaften 3/2016

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